Gründen neben dem Beruf – eine spannende Option

Du arbeitest schon lange in Deinem Beruf und bist hier im Großen und Ganzen auch recht zufrieden. Das Einkommen ist sicher, die Arbeitszeit recht planbar und die Stimmung im Unternehmen soweit gut. Du könntest durchaus die nächsten Jahre so weitermachen und wärst dabei auch nicht unglücklich.

Allerdings gibt es da so einen Traum, der sich immer wieder in Deine Gedanken schleicht:

Ach, wie schön wäre es, wenn ich mein Hobby zum Beruf machen könnte…

Soooo gerne würde ich anderen mein Wissen zur Verfügung stellen und unterrichten, beraten, coachen, ausbilden, als Redner*in auftreten…

Ich liebe … (Hunde, Katzen, Pferde, Stoffe, Metall, Gartenarbeit, kreatives Schaffen….) und fände es wunderschön, wenn diese Leidenschaft mehr in meinen Beruf einfließen könnte…

Jetzt hast Du mehrere Möglichkeiten:

  • Du träumst weiter
  • Du träumst weiter, fängst aber bewusst an Dir zu überlegen, wie Du Deinen Traum vielleicht umsetzen könntest.
    • Bei der Umsetzungsidee kannst Du prüfen, ob Du Deine Leidenschaft bei Deinem jetzigen Arbeitgeber, einem neuen Unternehmen oder sogar in der Selbständigkeit leben möchtest.
    • Du konzentrierst Dich auf Deine absoluten Stärken und Leidenschaften und entwickelst daraus das Bild Deines idealen Jobs.
    • Du sprichst mit Freunden und Bekannten darüber, tauscht Dich mit Menschen aus, die bereits erreicht haben, was Du Dir vorstellen könntest, und formst daraus einen greifbaren, sinnvollen Weg zu Deinem Ziel.
  • Du hast genug vom Träumen, eigentlich schon viele konkrete Ideen für einen neugestalteten Job oder sogar eine Selbständigkeit im Kopf und möchtest jetzt endlich handeln.

Solltest Du Dich für eine neue Festanstellung entschließen kannst Du z.B. in meinem Blogartikel „5 Tipps für Deine Initiativbewerbung“ nachlesen, wie Du jetzt vorgehen kannst, um den Arbeitgeber zu finden, der wirklich zu Dir und Deinen Stärken passt.

Du möchtest Dich selbständig machen und gründen

Da Du noch nie selbständig warst, hast Du keinerlei Idee, ob Deine Geschäftsidee tragfähig ist. Nur Deine innere Überzeugung, dass Du etwas Wertvolles anzubieten hast, treibt Dich an, den Schritt zu wagen und zu gründen.

Genauso ging es mir 2013/2014.

Ich wusste, dass ich Kernkompetenzen hatte, die ich gerne dem Markt anbieten wollte.

  1. Meine langjährige Erfahrung als Personalmanagerin mit der Auswahl, Betreuung und Entwicklung von Mitarbeiter*innen
  2. Die damit verbundene Kenntnis,
    1. worauf Geschäftsführer und Führungskräfte bei der Mitarbeiterauswahl als auch Förderung und Entwicklung wertlegen,
    2. welche Anforderungen Mitarbeiter heute an Arbeitgeber stellen
  3. Eine wertschätzende, positive Grundhaltung gepaart mit einem hohen Einfühlungsvermögen
  4. Die Fähigkeit, mich in komplexe Sachverhalte reinzudenken, diese sichtbar zu machen, Klarheit zu schaffen und dadurch auch Führungskräften als Sparringspartnerin zur Verfügung zu stehen

Wie das Angebot jedoch konkret gestaltet werden könnte oder welche Angebote nachgefragt werden würden, konnten mir auch eine Wettbewerbsanalyse und ein Businessplan nicht sicher beantworten.

Die Lösung: Nebenberuflich starten

Ich beschloss, ins lauwarme Wasser zu springen, und mich zunächst nebenberuflich im Kleinunternehmerinnenstatus selbständig zu machen.

Die Vorteile nebenberuflich zu gründen liegen auf der Hand:

  • Das gesicherte regelmäßige Einkommen bleibt bestehen – eventuell kannst Du die Festanstellungsstunden etwas reduzieren, um mehr Freiraum für Deine eigene Geschäftsidee zu schaffen.
  • Du hast länger Zeit, das Geschäft auf ein solides Fundament zu stellen, da Du nicht sofort davon leben musst.
  • Du sammelst wertvolle Erfahrungen, die es Dir ermöglichen, Dein Angebot zielgruppenorientiert auszurichten und Dein Profil zu schärfen.
  • Du kannst testen, ob Dein Angebot über das wirtschaftliche Potential verfügt, Dich auch ohne Festanstellung zu ernähren.
  • Dein Businessplan für eine Vollselbständigkeit baut auf harten Fakten (Umsätzen) auf und ist kein Stochern im Nebel mehr.
  • Du baust Dir ein tragfähiges Netzwerk auf.
  • Das Risiko des Scheiterns wird reduziert, da Du ggf. Vollzeit in den alten Job zurückkehren kannst.
  • Auch als Gründer*in im Nebenerwerb kannst Du bereits Förderprogramme nutzen, um Dich bei der Gründung unterstützen zu lassen.
  • Vielleicht reicht es Dir auch, wenn Du nebenberuflich Deine Leidenschaft ausleben kannst und genießt Deinen Angestelltenjob wieder viel mehr, weil Du seine Vorteile zu schätzen weißt und insgesamt zufriedener bist.

Natürlich gibt es auch

Nachteile nebenberuflich zu gründen

  • Die Doppelbelastung, die durch Dein Engagement für DEIN Geschäft entsteht, für das Du gerade am Anfang richtig brennst, kann zur Belastung für Dich und Deine Familie und Freunde werden. Wenn Du jede freie Minute mit der Herstellung Deiner Produkte, Marketing, Social Media Aktivitäten rund um Dein Geschäft, Weiterbildung oder Vertrieb verbringst, kommen Partnerschaft, sportliche Aktivitäten, gesunde Ernährung, Kinobesuche oder andere gesellschaftliche Events schnell zu kurz. Plane bewusst Zeit dafür ein!
  • Die Zeit, die Dir neben Deinen sonstigen Verpflichtungen für Deine Gründung zur Verfügung steht, reicht nicht aus, um Dein Geschäft wirklich erfolgreich zu führen.
  • Der Spagat zwischen Festanstellung und Selbständigkeit ist zu groß – das Umschalten fällt schwer und Du machst beides nicht richtig.
  • Deine Kunden erwarten eine Flexibilität, die Du aufgrund Deiner Vollbeschäftigung nicht gewährleisten kannst.
  • Du wirst mit Deinem Geschäft bzw. Deiner Kompetenz nicht ernst genommen, da Du „nur“ nebenberuflich arbeitest.

Wenn Du für Dich entschieden hast, dass die Vorteile überwiegen solltest Du JETZT mit Deinem Businessplan beginnen;-) und noch


Folgendes bei der Gründung beachten:

  1. Um als „Nebenberuflich Selbständig“ zu gelten, gilt als Richtwert:
    1. Deine Einnahmen der Nebenbeschäftigung sollten die Deiner Hauptbeschäftigung nicht übersteigen
    2. die Arbeitszeit sollte höchstens ca. 18 Stunden/Woche betragen. (Dies ist jedoch extern nur schwer nachzuvollziehen)
  2. Du musst Deine Nebenbeschäftigung von Deinem Arbeitgeber genehmigen lassen und darfst Deine Arbeitnehmerpflichten nicht vernachlässigen. In der Regel ist es untersagt, dem Arbeitgeber Konkurrenz zu machen.
  3. Du musst Deine Nebenbeschäftigung bei verschiedenen Behörden anmelden. Dies können das Gewerbeamt, das Finanzamt, die IHK oder die Handwerkskammer sein – entscheidend ist die gewählte Rechtsform. Informiere Dich umfassend z.B. bei kostenfreien Existenzgründungsberatungen öffentlicher Einrichtungen wie z.B. der Vorfeldberatung des KREISES GROßGERAU.
  4. Prüfe, ob z.B. der Kleinunternehmerstatus für Dich sinnvoll ist – hierbei helfen z.B. auch Steuerberater*innen. Denke an Steuern und Sozialversicherung sowie für Dich notwendige Versicherungen.
  5. Solange Du in Deinem Nebenerwerb weniger Einnahmen hast, als Du in Deiner Hauptbeschäftigung verdienst, bleibst Du über Deine Hauptbeschäftigung Sozialversichert. Du solltest aber auf jeden Fall Kontakt zu Deiner Versicherung aufnehmen und die Einzelheiten besprechen – bei Versäumnissen kann es zu Nachzahlungen kommen.

Aus meiner Sicht ist für das erfolgreiche Gründen vorheriges umfassendes Informieren durch verschiedene Quellen, vom Internetportalen über Netzwerke bis hin zu Beratern aus verschiedenen Fachbereichen (Steuern, Recht, Existenzgründung, Marketing, Strategie, Persönlichkeit, Versicherungen…) das A und O. Alle Gründungs-Fehler sind vermutlich schon einmal gemacht worden – Experten können Dir dabei helfen, unnötige Fehler zu vermeiden. Du wirst noch genug eigene machen;-) Aber das gehört dazu und trägt dazu bei, dass Du kontinuierlich besser wirst.

Stelle Deine Frage gerne an mich oder im Rahmen der Netzwerkveranstaltung der Unternehmerinnen Ried „Gründen im Nebengewerbe“ am 22.05.2019.

Wir freuen uns auf Deine Teilnahme!

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