Positiv abheben bei der Personalgewinnung in der Pflege – insbesondere mit Social Media – Praxisbeispiel

Wie sich Unternehmen mit Hilfe von Social Media positiv positionieren können

Wie Sie bereits wissen ist es meine Leidenschaft Unternehmen dabei zu unterstützen, sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, Ende letzten Jahres beim VDAB (Verband Deutscher Alten und Behindertenhilfe e.V.) Hessen und Rheinland Pfalz gemeinsam mit Iris Brucker von Brucker Solutions zwei Vorträge zum Thema „Positiv abheben bei der Personalgewinnung in der Pflege“ halten zu dürfen.

Insgesamt 60 Geschäftsführer/innen und Pflegedienstleitungen beteiligten sich rege an den interaktiven Vorträgen. Sie bewiesen ein gutes Gespür für die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und gaben Praxisbeispiele für sehr gelungene Personalarbeit. Da es aus unterschiedlichsten Gründen seit längerer Zeit eine zunehmende Verknappung an qualifiziertem Pflegepersonal gibt setzen sich die Unternehmensleitungen intensiv damit auseinander, wie sie ihr Personal binden und gesund erhalten können.

Sie haben erkannt, dass der Arbeitsmarkt heute ein Bewerber- und kein Arbeitgebermarkt mehr ist. Deshalb agieren sie zielgruppenorientiert, erleichtern z.B.  auch ausländischen Arbeitnehmer/innen den Einstieg in ihr Unternehmen und sorgen von Anfang an für eine gute Integration aller neuen Mitarbeiter/innen.

Ihnen ist bewusst, dass die Mitarbeiter/innen zufrieden sein müssen, damit die Produktivität stimmt, die Fehlzeiten sinken und begeisterte Mitarbeiter/innen die besten Unternehmensbotschafter sind, die ein Unternehmen haben kann. Sie haben bereits erlebt, dass ein wertschätzendes Miteinander zielführender ist als hierarchisches Denken. Aus diesem Grund gibt es bereits heute viele Pflegeeinrichtungen, die sich durch besondere Personalarbeit auszeichnen.

Bereits bei der Vorbereitung stieß ich durch Internetrecherche auf ein gelungenes Beispiel für erfolgreiches Social Media Marketing zur Personalgewinnung bei einem Darmstädter Pflegeunternehmen, das ich Ihnen an dieser Stelle gerne exemplarisch vorstellen möchte.

Praxisbeispiel Pflegeunternehmen Bärenstark Intensivpflege GmbH Darmstadt

Die Bärenstark Intensivpflege GmbH präsentiert sich auf ihrer Homepage und dem Facebook-Auftritt sehr wertschätzend und kundenorientiert und begeistert so ihre (zukünftigen) Mitarbeiter/innen, aber auch potentiellen KundInnen.

Auf der Bewertungsplattform Kununu treffen die Mitarbeiter/innen u. a. folgende Aussagen:

„Kommunikation auf Augenhöhe“,
„Ich bin rundum zufrieden – ein bärenstarkes Team.“,
„Jeder kann sich einbringen“,
„AG kümmert sich um jeden Mitarbeiter“,
„Empfehlenswert und innovativ“,
„Fühle mich wohl und habe das Gefühl angekommen zu sein“…    und auch auf facebook gibt es 31 positive Bewertungen.

Nur, wenn die Personalarbeit im gesamten Arbeitnehmerlebenszyklus wertschätzend und mitarbeiterorientiert ist, kann es zu solch positivem Feedback seitens auch bereits ausgeschiedener Mitarbeiter/innen kommen.

Positiv abheben bei der Personalgewinnung – Arbeitnehmerlebenszyklus

Welche Stellschrauben Sie innerhalb der Arbeitnehmerlebenszyklus haben können Sie in meinem Blogbeitrag „Nachhaltige Personalarbeit als Bestandteil von CSR“ nachlesen.

Um diese wertschätzende Personalarbeit für Außenstehende sichtbar zu machen empfehle ich für alle Employer Branding Maßnahmen auf 5 Bausteine zu achten, die einen attraktiven Arbeitgeber in der Außendarstellung auszeichnen. Gerne verdeutliche ich diese anhand einiger Bärenstark-Beispiele.

5 Bausteine für einen attraktiven Arbeitgeberauftritt

WERTSCHÄTZUNG

Bereits die Startseite des Internetauftritts zeigt eine hohe Wertschätzung den MitarbeiterInnen aber auch PatientInnen gegenüber:

Die Pflegekräfte werden als einfühlsam und verantwortungsbewusst beschreiben – die gesamte Wortwahl ist emotional und wohlwollend.
Kunden bekommen das Gefühl gut aufgehoben und versorgt zu sein. BewerberInnen können förmlich spüren, wie das Unternehmen tickt und können für sich einschätzen, ob dies zu ihnen passt. Und die Angestellten freuen sich über das Lob, das hier öffentlich ausgesprochen wird.

SINN AUFZEIGEN

Lt. Studie des Zukunftsinstituts möchten 87% der Generation Y (die heute 20 – Mitte-Dreißig-Jährigen), also die Hauptzielgruppe der meisten Unternehmen, einen sinnvollen und erfüllenden Job.  Beantworten Sie deshalb bereits in Ihrem Außenauftritt aktiv die Frage nach dem SINN (WHY) und wofür Sie als Unternehmen stehen. Ihre Unternehmenswerte spielen hierbei eine große Rolle.

Auch Bärenstark gibt ein Statement zum Thema Sinnhaftigkeit des Jobs ab – dies kann entscheidungsrelevant sein und findet sich sowohl auf der Homepage als auch bei Facebook.

Positiv abheben bei der Personalgewinnung – Why erfüllen

ZIELGRUPPEN-/BEWERBERORIENTIERUNG

Besonders gelungen finde ich die Zielgruppenorientierung im Bereich der Stellenangebote. Da man gerne MitarbeiterInnen aus dem Ausland für sich gewinnen möchte, sind die Stellenanzeigen in verschiedenen Sprachen verfasst und auch das Bewerbungsformular ist anwenderfreundlich gestaltet. Das Layout der Stellenanzeigen ist in Print und Social Media identisch.
Achten Sie auch einmal auf die Formulierungen – es geht ausschließlich darum, was die BewerberInnen im Alltag erwartet und was das Unternehmen für sie tut. Kein Wort wird über die Erwartungen an die BewerberInnen und deren Qualifikationen verloren. Dies ergibt sich aus dem Kontext. Wer von der Persönlichkeit passt, dem werden Chancen geboten, die Einarbeitung wird gezielt gefördert und der einzelne individuell entwickelt.

Positiv abheben bei der Personalgewinnung – Bewerberorientierung

KOMMUNIKATION

Wertschätzende, umfassende und zeitnahe Kommunkation ist ebenfalls wesentlicher Erfolgsfaktor von erfolgreichen Unternehmen. Diese zeigt sich in allen Phasen des Arbeitnehmerlebenszyklus und sollte bei jeglicher Kontaktaufnahme mit Interessenten und MitarbeiterInnen beachtet werden.

Insbesondere bei Social Media Aktivitäten kommt es auf zeitnahe Kommunikation an – gehen Sie auf Kommentare ein, bieten Sie direkte AnsprechpartnerInnen an, erleichtern Sie die Kontaktaufnahme. Senken Sie die Hemmschwelle Sie zu kontaktieren. Vielleicht ist eine Anfrage per WhatsApp, eine Videobewerbung per Talentcube oder eine Bewerbung allein mit einem Social Media Profil ein gangbarer Weg für Sie.

Aber auch im weiteren Bewerbungsprozess ist bewerberorientierte Kommunikation das A und O. Schicken Sie bei eingehenden Bewerbungen möglichst am gleichen Tag zumindest eine Eingangsbestätigung – besser noch, Sie rufen direkt bei dem Interessenten an und bieten einen Kennenlerntermin an.

Seien Sie schnell, offen, transparent, proaktiv und verbindlich.

Dann heben Sie sich von Ihren Mitbewerbern positiv ab und gewinnen das heiß umkämpfte Fachpersonal für sich.

Positiv abheben bei der Personalgewinnung – Kommunikation

EINBLICKE GEBEN – ERLEBBAR WERDEN

Bärenstark macht es Ihnen vor – geben Sie Einblicke in den Berufsalltag in Ihrem Unternehmen, durch Bilder, mit Hilfe von Snapchat, durch Mitarbeiterinterviews, die im Blog zitiert werden, Videos, oder gar virtuell. Je authentischer desto besser. Es müssen keine Hochglanzfotos sein – spontane Handydrehs in besonders unterhaltsamen Situationen werden von der Zielgruppe noch wohlwollender aufgenommen und auch gerne geteilt.

 

Positiv abheben bei der Personalgewinnung – Emotionen / Einblicke

Alles was geeignet ist Vertrauen zu schaffen und Ihre Unternehmenskultur zu transportieren ist perfekt. Social Media und Vertrauensbildung funktionieren primär über Emotionen und visuelle Eindrücke. Schaffen Sie mit Ihren Bildern Erlebnisse für Ihre Zielgruppe, dann werden Sie gerne geliked oder geteilt und letztendlich auch als attraktiver Arbeitgeber empfohlen.

Ihnen gefällt der Beitrag – dann dürfen Sie ihn gerne teilen:-)

Über Kommentare, Erfahrungsberichte oder auch kritische Anmerkungen freue ich mich.

PS: Gerne empfehle ich Ihnen auch noch das Interview von Saatkorn mit den zu deren Employer Branding Konzept, das 2015 durch eine breit angelegte Kampagne für eine Steigerung der Bewerbungszahlen um insgesamt 45% sorgte.

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