Positiv abheben mit Stellenanzeigen

Wieso eigentlich noch Print – Stellenanzeigen

Bist Du Unternehmer*in und fragst Dich, wieso Du überhaupt noch Stellenanzeigen in Printmedien schalten sollst? Diese kosten schließlich einen Haufen Geld und haben in der Vergangenheit keinerlei Erfolge gezeigt.

Dann stell Dir bitte einmal folgendes Szenario vor:

Du bist unzufrieden mit Deiner derzeitigen Arbeitsstelle. Du sprichst häufig mit Deiner Familie oder Deinen Freunden über den Ärger oder die Missstände bei Deinem Arbeitgeber, hast Dich aber noch nicht entschieden zu kündigen. Schließlich sind die Kollegen nett und die Arbeit macht Dir ja eigentlich auch Spaß. Wenn nur nicht… wäre. Du bist auch nicht aktiv auf Stellensuche, freust Dich aber jeden Samstag darauf, einen Blick in den Stellenteil Deiner Tageszeitung werfen zu können. Vielleicht bietet sich hier ja eine Perspektive…

Kleiner Fakteneinschub

Laut „Gallup Engagement Index 2018“ besitzen 14 Prozent der deutschen Arbeitnehmer*innen gar keine emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen. Nach der Studie „Arbeitszufriedenheit Deutschland 2017“ der Avantgarde Experts GmbH sind durchschnittlich 8% der Arbeitnehmer*innen unzufrieden mit ihren Arbeitsbedingungen, weitere 20 % sind eher neutral. Sie sind also weder begeistert noch besonders unglücklich bei Ihrem Arbeitgeber.

Das bedeutet, dass ca. 30% der Arbeitnehmer*innen durchaus offen sind für einen neuen Arbeitgeber.

Screenshot Studie „Arbeitszufriedenheit Deutschland 2017“ Avantgarde Experts

Diese sogenannten latent Wechselwilligen bieten Dir ein großes Potential, Fachkräfte zu gewinnen, trotz des Fachkräftemangels, der derzeit im Handwerk, der Pflege oder der ITK-Branche herrscht.

Du kannst diese Menschen für Dich gewinnen, indem Du sie auf dich aufmerksam machst und sie aktiv umwirbst.

Und gerade für das Thema AUFMERKSAMKEIT ERREGEN sind Printmedien hervorragend geeignet.

Auch in Zeiten der Digitalisierung kann eine Tageszeitung oder, vielleicht sogar noch besser, das sogenannte „Wochen-Blättchen“ für die Fachkräftegewinnung aus der Region geeignet sein.

Dieses wird in vielen Haushalten zumindest überflogen. Auch wenn der Wechselbereite die Anzeige vielleicht nicht selbst sieht, werden ggf. die Freunde oder Familienmitglieder, die von den Sorgen des Angestellten wissen und eine Anzeige sehen, die zu ihm passen könnte, diesen darauf hinweisen.

Häufig genug schaltest Du als Unternehmer*in sowieso in diesem Medium Werbeanzeigen und bekommst redaktionelle Beiträge, wenn Du z.B. als Sponsor der örtlichen Fußballmannschaft auftrittst. In diesem Kontext macht es durchaus Sinn darauf hinzuweisen, dass Du auch als Arbeitgeber interessante Perspektiven bietest.

Positiv abheben mit Stellenanzeigen

Ziel einer Stellenanzeige ist es, das Interesse des unzufriedenen Mitarbeiters zu wecken und ihn neugierig darauf zu machen, was Du ihm als Arbeitgeber bieten kannst.

Erwarte nicht, dass eine einzelne Stellenanzeige allein das Potential hat, einen Interessenten direkt zu einer Bewerbung zu bewegen.

Dich zum begehrten Arbeitgeber zu machen, für den es sich lohnt, die Sicherheit des ungeliebten Jobs für einen Wechsel zu Dir aufzugeben, ist Aufgabe verschiedener Bausteine.

Eine Stellenanzeige kann „nur“ Aufmerksamkeit auf Dich ziehen – die Hauptarbeit der Begeisterung übernimmt Deine aussagekräftige Website.

Hier meine 5 Tipps, wie Du dich mit Deiner Stellenanzeige positiv abheben kannst:

#Tipp 1 Lass Bilder sprechen

Stellenanzeigen in Printmedien sind häufig Textgräber. Es reihen sich die langweilige Vorstellung des Unternehmens an die standardmäßige Beschreibung der Aufgaben und die ellenlange Auflistung der Anforderungen.

Gerade in diesem Textumfeld kannst Du sehr einfach auf Dich aufmerksam machen.

Idealer Weise nutzt Du Fotos der eigenen Mitarbeiter*innen bei der Arbeit, vielleicht in lustigen Situationen oder in einem ungewöhnlichen Kontext.

Die Fotos können provokativ, süß oder besonders authentisch sein.


#Tipp 2 Sei einzigartig und authentisch

Gefühlt 90% aller Stellenanzeigen suchen Menschen, die teamfähig und flexibel sind, eigenverantwortlich arbeiten und gute kommunikative Fähigkeiten vorweisen. Dafür bieten sie spannende Aufgaben, eine attraktive Vergütung, Weiterbildung und ein motiviertes Team. Über sich selbst schreiben die Unternehmen häufig, dass sie innovativ, erfolgreich und ihre Mitarbeiter ihr höchstes Gut sind ..Gähn. Damit wirst Du niemanden mehr zu einer Bewerbung bewegen.

Hör auf damit, „professionelles Anzeigendeutsch“ zu verwenden – sprich so, wie du dies in deinem Betrieb tust. Und überlege dir, was wirklich besonders in Deinem Unternehmen ist oder wie sich die Aufgabe bei Euch konkret gestaltet. Stell den tatsächlichen Nutzen heraus, den Du Deinen Mitarbeiter*innen bietest. Dann bist Du authentisch, einzigartig und unverwechselbar.

#Tipp 3 Sei klar und konkret

Die Menschen möchten wissen, was sie erwartet, wenn sie sich auf einen Wechsel zu Dir einlassen. Je konkreter Du Dein Unternehmen und Deine Besonderheiten darstellst, umso verbindlicher und interessanter wirst Du.

Vermeide Allgemeinplätze.

  • Statt als Anforderung zu schreiben: Du solltest flexibel und teamfähig sein…beschreibe, wie Deine Mitarbeiter gemeinsam an der Aufgabenstellung arbeiten.
  • statt: Wir bieten eine attraktive Vergütung könntest Du sagen, wie sich das Gehalt zusammensetzt oder dass ihr z.B. die Möglichkeit bietet ein E-Bike zu leasen, jedem einen Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge von x% zahlt, Kosten für Gesundheitsförderung in Höhe von 500€/Jahr übernehmt…

#Tipp 4 Bewirb Dich aktiv bei Deinen neuen Mitarbeiter*innen

Screenshot Facebook FPZ Chef bewirbt sich

In den meisten Stellenanzeigen findet sich ein ganzer Abschnitt zu den Anforderungen an den Bewerber/die Bewerberin.

Vergiss diesen ganzen Teil, der im schlimmsten Fall sogar überschrieben ist mit: „Wir erwarten“.

In Zeiten des Fachkräftemangels bewirbst Du Dich bei Deinen zukünftigen Mitarbeiter*innen!

Überlege Dir, was Deine Bewerber*innen interessieren könnte und beantworte in Deiner Anzeige diese Fragen aktiv.

  • Angenommen der Bewerber möchte wissen, welche Qualifikationen er benötigt, um den Job ausführen zu können, gib ihm die Informationen über die konkrete Beschreibung der Aufgabe. Je klarer das Bild der Tätigkeiten ist, umso besser kann der Interessent einschätzen, ob der Job zu ihm/ihr passt.
  • Es interessiert ihn, auf wen er bei euch trifft – verweise ihn auf Deine Social Media Kanäle.
  • Es besteht vielleicht Unsicherheit zu einzelnen Punkten – senke die Hemmschwelle, nenne konkrete Ansprechpartner*innen, kommuniziere ehrlich und mache die Kontaktaufnahme leicht  werden wirklich interessierte ggf. nachfragen.

#Tipp 5 Such keine eierlegenden Wollmilchsäue

Wenn Du in Zeiten des Fachkräftemangels Mitarbeiter für Dich gewinnen möchtest, solltest Du aufhören, nach 110% passenden Menschen zu suchen. Überlege Dir bereits im Vorfeld, welche Qualifikationen Du auf jeden Fall benötigst, um die Vakanz zu besetzen.

Vieles kann man lernen, wenn man es will und das nötige Talent mitbringt. Deshalb sollten Dir persönliche Eigenschaften wie Lernwille und Lernfähigkeit, Neugier, Ausdauer, Engagement oder Offenheit wesentlich wichtiger sein, als langjährige Berufserfahrung in genau demselben Job, den Du besetzen willst.

Du könntest auch überlegen, ob Du die Position, die Du eigentlich mit einer Person besetzten möchtest, zukünftig mit zwei Teilzeitkräften besetzen kannst. Dies hat den Vorteil, dass so insgesamt eine größere Wochenarbeitszeit abgedeckt werden kann, Urlaubs- und Krankheitsvertretungen gesichert sind und dass man tatsächlich in einer Position verschiedene normalerweise fast unvereinbare Anforderungen vereinen kann, da sich zwei Personen sicherlich durch unterschiedliche Schwerpunkte auszeichnen.

Wenn Du Dir wirklich Gedanken machst, wie Dein realistischer Wunschkandidat aussieht und dann die Anzeige nur für ihn/sie schreibst, wirst Du genau die Menschen anziehen, die zu Dir passen.

Und vielleicht bekommst Du dann auch so ein tolles Feedback wie meine Kundin für ihre Stellenanzeigen: „Ich habe in letzter Zeit ein paar Stellenanzeigen gelesen, aber keine mit so einer besonderen Ausstrahlung. Das war echt sehr beeindruckend zu lesen und hat neugierig gemacht!“

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